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Hinter den Kulissen

Januar 14, 2024

Einblick hinter die Kulissen eines Game Reserves zu gewinnen und dabei selber Hand anzulegen, ist eine ganz spezielle Herausforderung.

Genau dies durfte ich im Rahmen eines Volunteer Programms in Südafrika erleben. Thula Thula, berühmt geworden durch den „Elefantenflüsterer“ Lawrence Anthony, unterhält in seinem Reservat auch eine Tierklinik, die sich verletzter oder ausgesetzter Tiere wie Ginsterkatzen, Mangusten, Vögeln, Schakalen und mehr annimmt. Die Pflege dieser Tiere erfordert auf der einen Seite professionelles Fachwissen und auf der anderen Seite unzählige zudienende Hände, welche in Freiwilligenarbeit all die kleinen und grösseren Aufgaben rings um die eigentliche Tierpflege erledigen. Es gilt Käfige zu flicken, diese vom Rost zu befreien und zu reinigen, die Küchen, welche streng in Tier- bzw. Personenküche unterteilt sind, sauber zu halten und zu desinfizieren, Futter zuzubereiten, invasive oder giftige Pflanzen auszujäten, Wände neu zu streichen und die grossen Auslaufkäfige für die nächsten Bewohner wieder artgerecht herzurichten. Wahrlich eine stattliche, herausfordernde Aufgabenliste, welche täglich von jeweils ca. 10 Personen abgearbeitet werden muss.




Noch ist Nele Geyer (siehe unten) das Lachen nicht vergangen, denn das Jäten des überaus problematischen Karottenkrauts (parthenium hysterophorus) ist eine wahre Sisyphusarbeit. Es gehört zu den 100 invasivsten Pflanzenarten der Welt, ist giftig für Tiere und Menschen und kann Allergien auslösen. In seinem Umfeld wächst innert kürzester Zeit nichts anderes mehr. Geliebt wird dieses Kraut nur von der Malariamücke. Sie ernährt sich unter anderem davon und sichert sich dadurch das Überleben. https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-122016/doping-fuer-die-malariamuecke/

Das Kraut stammt ursprünglich aus Südamerika und ist in der Zwischenzeit weltweit auf dem Vormarsch. Kiloweise haben wir davon ausgerissen und anschliessend verbrannt. Dabei mussten wir stets die Umgebung sorgfältig im Visier behalten, da das Gelände auch von Skorpionen und Giftschlangen wie der Black Mamba (Naja mossambica) bewohnt wird. Gegen das Gift der Speikobra (Dendroapis polylepis) haben wir deshalb präventiv schon mal die Sonnenbrillen angezogen um unsere Augen vor ihrem präzis gezielten Giftstrahl zu schützen.



Diese grossen Käfige dienen Tieren wie Ginsterkatzen oder Mangusten als letzte geschützte Station vor dem Auswildern. Bevor die nächsten Bewohner diese wieder in Beschlag nehmen können, müssen sie gründlichst ausgemistet werden. Anschliessend werden beschädigte Stellen geflickt und jede kleinste Öffnung wird verschlossen. Denn die Tiere sind äusserst verspielt und wahre Kletterkünstler und deshalb auch schnell gefährdet, wenn das Geflecht undichte Stellen oder gar herausstehende Metallteile vorweist. Dies bedeutet, jedes Gitterteil einzeln ‚in die Zange zu nehmen‘ und so hinzubiegen, dass keine Verletzungsgefahr mehr bestehen kann.  Zum Abschluss geht es dann an die Inneneinrichtung. Holz, Büsche, kleine Höhlen und ganze Baumäste werden so drapiert, dass die Tiere eine möglichst naturnahe Umgebung erhalten, dass genügend Schatten, Kletter- sowie Versteckmöglichkeiten vorhanden sind in der sie sich so gut wie möglich auf die Bedingungen in der Wildnis vorbereiten können.



Eine Arbeit der besonderen Art ist die Herstellung des Tierfutters. Nebst den Zutaten, welche sorgfältig auf die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres abgestimmt werden, braucht es vor allem Humor, um all die Hühnerköpfe, aus dem Nest gefallenen Jungvögel, Mehlwürmer, Larven und andere appetitliche Zutaten auszusortieren und zu verarbeiten. Kerstin Geyer und Julie Raines meistern diese delikate Aufgabe souverän.



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